Kategorien
News

Australische Finanzaufsicht fahndet gezielt nach Pump-and-Dump-Systemen

Die australische Finanzaufsichtsbehörde ASIC berichtet über „Pump-and-Dump“ Systeme und über ihr Vorgehen, um diese zu Fall zu bringen.
Kryptowährungen sind zwar praktisch unreguliert, doch solche Aktivitäten sind aufgrund des absichtlich herbeigeführten Schadens schlicht Betrug.

Die australische Wertpapieraufsichtsbehörde (Australian Securities and Investments Commission, ASIC) leitete im Oktober eine Untersuchung von „Pump and Dump“ Systemen ein. Sie konzentrierte sich auf Social-Media wie Twitter, Telegram und HotCopper, ein australisches Aktien-Chatforum.

Pump-and-Dump-Betrug wird in der Regel in Social-Media-Gruppen wie Telegram ausgeführt, wo die Kriminellen von Verschlüsselung und Anonymität profitieren. Dabei wird eine Gruppe von Personen koordiniert, um große Mengen eines wenig gehandelten Tokens zu kaufen und durch diese vorgetäuschte steigende Nachfrage den Preis in die Höhe zu treiben. Die meisten Händler, die natürlich nicht in den Betrugsplan eingeweiht sind, neigen dazu, dem entstehenden Trend zu folgen und aufgrund von „FOMO“ – Fear of Missing Out – zu kaufen. Zu einem bestimmten vereinbarten Zeitpunkt macht die kriminelle Gruppe Kasse und die anderen Anleger bleiben auf ihren Verlusten sitzen.

Der ASIC ist es gelungen, mehrere solcher Telegram-Gruppen zu zerschlagen, wobei sie sich von dem Finanzwissenschaftler und Kryptoforscher Talis Putnins beraten ließ. Seine Forschungen zeigen, dass Pump-and-Dump-Gruppen in einer zyklischen Art und Weise arbeiten, die dazu neigt, mit der allgemeinen Marktstimmung und den Preisen zu korrelieren. In diesem Sinne waren solche Gruppen im Jahr 2018 sehr aktiv, und es wurde beobachtet, dass dies auch 2021 so war.

Verfolgung von Pump-and-Dump Betrug

2018 dokumentierte Putnins über 355 kryptobezogene Pump-and-Dump-Fälle. Sein Fazit: Diese kriminellen Gruppen haben eine „transparente Absicht, zu pumpen“, ohne „einen echten Versuch, zu unternehmen, eine Dynamik zu entfachen“. Sie sind „völlig offen und für jeden sichtbar,“ sagt er.

Beispielsweise wurde eines dieser Systeme wurde von der Telegram-Gruppe „Crypto Binance Trading|Signals & Pumps“ inszeniert. Eine Ankündigung vom 13. September 2021 in dieser Gruppe lautete:

„Mit einem Volumen von durchschnittlich 40 bis 80 Millionen Dollar pro Pump und Spitzenwerten von bis zu 450% sind wir bereit, unseren nächsten großen Pump anzukündigen. Unser Hauptziel für diesen Pump wird es sein, sicherzustellen, dass jedes einzelne Mitglied in unserer Gruppe einen massiven Gewinn macht. Wir werden auch versuchen, in den ersten Minuten ein Volumen von mehr als 100 Millionen Dollar zu erreichen, mit einem sehr hohen prozentualen Gewinn.“

Derselbe Forscher war im vergangenen Jahr Mitautor einer ähnlichen Studie mit dem Titel „A New Wolf in Town? Pump-and-Dump Manipulation in Cryptocurrency Markets“. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Pump-and-Dump-Betrug „extreme Preisverzerrungen von durchschnittlich 65%, abnormale Handelsvolumina in Millionenhöhe und große Vermögenstransfers zwischen den Teilnehmern“ verursacht haben.

Die erwähnte Gruppe wurde am 19. September aktiv, als der Frax Share Token (FXS) ein Volumen von 65 Millionen Dollar hatte und in nur einer Minute um 90% zulegte.

Nebenbemerkungen

Putnins merkt an, dass Mitglieder solcher kriminellen Vereinigungen die gemeinsame „Wahrnehmung haben, dass Krypto unreguliert ist und Pumps daher legal sind“.

Im Oktober veröffentlichte die ASIC eine Warnung vor einer anderen Pump-and-Dump -Gruppe mit 300 Mitgliedern, der „ASX Pump Organization“. Darin heißt es, dass die Aktivitäten illegal seien und die Gruppenmitglieder überwacht würden. Den Teilnehmern drohen Geldstrafen von mehr als einer Million Dollar und Gefängnisstrafen.

Ein ASIC-Sprecher wies darauf hin, dass, obwohl Kryptowährungen weitgehend unreguliert seien, solche Absprachen weiterhin illegal seien, da sie „zu Investorenverlusten führen und unnötige Preisvolatilität erzeugen können.“ Auf Deutsch: Solche Absprachen erfüllen den Tatbestand der Vorbereitung einer Straftat, in diesem Fall das absichtsvolle Erregen eines Irrtums, der zu finanziellen Verlusten führt, kurz: Betrug.

Der Beitrag Australische Finanzaufsicht fahndet gezielt nach Pump-and-Dump-Systemen erschien zuerst auf Crypto News Flash.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.