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Britischer Regulierer über Krypto: Regulierung könnte sie legitim aussehen lassen

Der Vorsitzende der britischen Finanzdienstleistungsaufsichtsbehörde warnte, dass eine zu starke Regulierung bei manchen Kryptowährungs-Token nach hinten losgehen könnte.

Die Regulierungsbehörden müssen die Schutzmaßnahmen für Verbraucher, die in Krypto-Token investieren, stark verbessern. Aber sie sollten auch beachten, dass es nach hinten losgehen könnte, wenn man das übertreibt, wie der Vorsitzende der Finanzaufsicht in Großbritannien warnte.

Das Cambridge International Symposium on Economic Crime ist eine bekannte Veranstaltung, wo es um Maßnahmen gegen Wirtschaftsverbrechen geht. Dort erklärte Charles Randell, der Vorsitzende der Finanzaufsichtsbehörde, dass es mit Verbrauchern, die in den Krypto-Bereich einsteigen, ohne sich der Risiken wirklich bewusst zu sein, ein wahres Problem geben würde.

Dabei betonte er besonders Influencer und bezahlte Werbung. Er meinte, als Kim Kardashian kürzlich auf Instagram für EthereumMax (EMAX), einem neuen Token von “unbekannten Entwicklern”, geworben hatte, sei das “möglicherweise finanzielle Werbung mit der größten Publikumsreichweite in der Geschichte” gewesen. 

Randell wollte nicht darüber urteilen, ob EthereumMax ein Betrug ist oder nicht. Aber die Reichweite einer solchen Werbung und die mögliche Irreführung schlecht informierter Verbraucher sollte Regulierungsbehörden zum Nachdenken anregen, wie er erklärte. 

Hierbei fließen auch andere Faktoren mit ein, wie etwa den Hype unter Privatanlegern, FOMO und ein Anstieg der Anzahl an Pump-and-Dump-Betrügereien im Zusammenhang mit Krypto. Randell behauptet, dass viele Verbraucher sich der finanziellen Risiken, die durch Vertrauen in Influencer und raffinierter Online-Token-Werbung entstehen, nicht bewusst seien. 

Um seine Behauptungen zu untermauern, betonte Randell , dass etwa 2,3 Millionen britische Bürger derzeit Krypto halten würden. Davon hätten “besorgniserregenderweise” 14 Prozent Kredite aufgenommen, um diese zu kaufen. Außerdem glauben einer Umfrage der FCA zufolge 12 Prozent der Krypto-Besitzer, das sind etwa 250.000 Briten, fälschlicherweise, dass die Finanzaufsichtsbehörde oder eine britische Versicherung gegen derartige Verluste sie beschützen würde, wenn etwas schief läuft.

Randell warnte dennoch davor, es mit der Regulierung dieser neuen Vermögensklasse zu übertreiben. Er betonte, dass es britischen Verbrauchern freistehe, sichern unregulierten Spekulationen, sei es Gold und Fremdwährungen oder Pokémon-Karten, zu versuchen. “In vielen dieser Märkte besteht ebenfalls ein Verbraucherrisiko”, wir dennoch betonte.

“Warum sollten wir also rein spekulative digitale Token regulieren? Und wenn wir diese Token regulieren, führt das dazu, dass die Leute denken dass sie ein sicheres Investment sind? Soll heißen: Wenn die FCA diese reguliert, wird das unrealistische Erwartungen im Hinblick auf den Verbraucherschutz aufbauen?”

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Die FCA reguliert derzeit Kryptowährungsbörsen und hat den Verkauf von Krypto-Derivaten an Privatverbraucher verboten. Randell hat vorgeschlagen, dass die Maßnahmen in begrenztem Maße mit Stablecoins und Wertpapier-Token beginnen sollten.

Beide könnten, seiner Meinung nach, “neue Ideen” für grenzüberschreitende Zahlungen, Finanzinfrastrukturen und finanzielle Inklusion fördern und sollten nicht durch zu viel” rotes Klebeband” behindert werden. Er sprach sich stattdessen für ein moderaten Ansatz aus. Das würde sich mit den derzeitigen Regeln für andere Entitäten, die von der FCA reguliert werden decken, um sicherzustellen, dass Token-Emittenten und Blockchain-Firmen solvent und transparent bleiben. Er verwies auch auf den Erfolg des regulatorischen Sandkastens der FCA. Dieser habe Entwicklern die Möglichkeit gegeben, ihre Ideen in einem fördernden und isolierten Umfeld zu testen.

Neben Stablecoins und Wertpapier-Token sollte die FCA Randell zufolge noch weiter gegen irreführende Krypto-Werbung vorgehen. Derartige Werbung wird bereits seit über einem Jahr beobachtet. Mitte Juli 2021 hat die FCA einen Fonds im Umfang von etwa 15 Millionen US-Dollar aufgelegt, um eine Online-Marketing-Kampagne zu starten, bei der Briten, insbesondere die Gruppe zwischen 18 und 30 Jahren, vor den Risiken im Zusammenhang mit vielen Krypto-Anlagen gewarnt werden.

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