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DeFi-„Hunde-Projekt“ Anubis DAO sammelt 60 Millionen Dollar ein und verliert alles durch angeblichen Rug Pull

Am Donnerstag startete Anubis DAO seinen Token-Verkauf auf der Crowdfunding-Plattform Copper und nahm schnell 60 Millionen Dollar ein
Am Freitag verschwand das Geld auf Nimmerwiedersehen und seither gibt es in der Community diverse Vorwürfe und Schuldzuweisungen – unter anderem gegen einen der Entwickler

Kryptowährungen mit Hunde-Bezug sind für viele der letzte Schrei, wobei der Shiba Inu als Spitzenreiter in die Top 10 aufstieg. Am Rande des Geschehens sammelte jedoch ein anderes Projekt still und leise Millionen Dollar ein, indem es sich den Popularitätsschub des Hundethemas zunutze machte. Anubis DAO wurde am Mittwoch erdacht und entwickelt, sammelte am Donnerstag 60 Millionen Dollar ein und verlor am Freitagmorgen alles. Seitdem gibt es statt gewinnträchtigem Geschäftsbetrieb nichts als Schuldzuweisungen. Die Hongkonger Polizei ermittelt gegen einen der Entwickler – der Vorwurf: „Rugpull“.

Alles begann am vergangenen Dienstagabend, am 28. Oktober. Ein paar Mitglieder von PebbleDAO hatten die Idee zu Anubis, machten sich am Mittwoch an die Arbeit und am Donnerstag hatten sie einen Liquiditäts-Bootstrapping-Pool (LBP) auf Copper, einer Token-Auktionsplattform, eingerichtet.

So weit, so gut. Der Fehler war offenbar, einem Entwickler namens „Beerus“ die volle Kontrolle über den Liquiditätspool zu geben. Am Donnerstag war der Token-Verkauf von Anubis DAO ein großer Erfolg, angetrieben von seinen in der DeFi-Welt bekannten Anführern. Das Projekt sammelte rund 60 Millionen Dollar von Anlegern ein – und das, obwohl das Projekt noch nicht einmal eine Website hat. Für ihre Ether erhielten die Anleger den Anubis-Token (ANKH), wobei der Token-Verkauf noch 24 Stunden andauern sollte.

Dann ging alles schief

Der Token-Verkauf verlief reibungslos und ohne Probleme. Doch am Freitagmorgen behauptete Beerus, das für den LBP zuständige Mitglied, einen bösartigen Link per E-Mail erhalten zu haben. Er behauptete, dass der Link in ein PDF eingebettet war und dass sich der Absender als Sisyphus, eines der Gründungsmitglieder, ausgegeben hatte. Der bösartige Link habe angeblich seinen Computer kompromittiert und möglicherweise die privaten Schlüssel des LBP offengelegt, erklärte er den Mitgliedern.

Kurz darauf wurden 13.556 ETH aus dem Liquiditätspool abgezogen und auf eine andere Wallet übertragen. Sechs Sekunden nach Erhalt der Gelder schickte die Wallet diese an eine weitere Wallet. Diese dritte Wallet enthält derzeit das gesamte Wrapped Ethereum, das bei Redaktionsschluss genau 58.909.083 Dollar wert war.

Kurz danach wurde der Beerus-Twitter-Account gelöscht.

March 18 @beerus tweets the wallet address that funded today’s Anubis hack

1 minute ago @beerus deletes his Twitter account

1k ETH pls @0xSisyphus pic.twitter.com/CvO3YTwCRu

— loldefi // (3, 3) (@loldefi) October 29, 2021

„Beerus“ twitterte jedoch über ein anderes, angeschlossenes Konto, in dem er einige Einzelheiten über den Hack mitteilte. Auf diesem Konto hat er die Anleger über die Geschehnisse auf dem Laufenden gehalten.

 

I am cooperating with the police and complying with all investigations right now. The claims and posts across Chinese and Hong Kong forums are not true – I did not ghost Sisyphus and the team and I was not the only one with access to the funds – I did not volunteer to handle 1/2

— m1 (@cryptofan777) October 31, 2021

Doch das  hat viele in der Anubis-DAO-Gemeinschaft nicht davon abgehalten, ihn des „Rug Pulling“ zu beschuldigen – was bedeutet, dass ein Entwickler mit den Geldern eines Projekts verschwindet.

„Sisyphus“, einer der anderen Anführer der DAO, hat 1.000 ETH Belohnung ausgesetzt für den, der herausfinden kann, wer die Wallet kontrolliert, in der sich die Gelder der Anleger derzeit befinden.

Mehr zum Thema: „Wir haben euch betrogen und ihr könnt nichts dagegen tun“ – Wurde DeFi100 gehackt oder war es eine Abzocke?

Die Anleger verlieren 60 Millionen Dollar

Ihre 60 Millionen Dollar sind die Anleger jedenfalls erst einmal los. Mit dem Wegfall der LBP-Gelder und praktisch ohne Liquidität des ANKH-Token ist dieser nun effektiv auf Null gesunken. Auf Copper setzte das Diagramm unten das Token auf Null, sowie wie die LBP verschwanden. Copper hat es seitdem aus dem Handel genommen.

Copper hat klargestellt, dass das Verschwinden der Gelder nichts mit seiner Plattform zu tun hat. In einer Erklärung hieß es:

„Weder die Copper-Plattform noch die Smart-Contracts von Balancer wurden durchbrochen oder kompromittiert.“

Außerdem wurde bekannt, dass nach der angeblichen Anubis-DAO-Aktion ein anderes Projekt mit einem ähnlichen Namen, Tickersymbol, Angebot und einer ähnlichen Beschreibung auf der Plattform aufgetaucht war. Copper entschied sich, das Projekt vollständig zu entfernen, um potenzielle anleger zu schützen.

Viele Anleger haben sich auf Discord und anderen Social-Media-Plattformen zu Wort gemeldet, um ihrem Ärger Luft zu machen. Einer von ihnen, Brian Nguyen, sprach mit CNBC und enthüllte, dass er 470.000 Dollar verloren hatte. Brian Nguyen sagte CNBC, er sei am Freitag aufgewacht und habe festgestellt, dass das Projekt gescheitert war. „Das war ziemlich schmerzhaft“, sagte er.

Nguyen gab zu, dass er vor der Investition in das Projekt keine Nachforschungen angestellt hatte.

„Wir neigen in der Krypto-Branche zu einer Erst-kaufen-dann-recherchieren-Mentalität.“

Für ihn war eine der Attraktionen das Hundethema. In jüngster Zeit haben Shiba Inu und Dogecoin gezeigt, dass Investoren Münzen mit Hundemotiven mögen, und Nguyen glaubte, dass Anubis genau wie seine Vorgänger in die Höhe schießen könnte. Die Tatsache, dass der Token-Verkauf auf Copper stattfand, stimmte ihn ebenfalls zuversichtlich, da es sich um eine seriöse Plattform handelt, die bereits von vielen erfolgreichen Projekten genutzt wurde.

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