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Deutsche BaFin beschuldigt den Bitcoin-Miner Northern Data krimineller Aktivitäten

Northern Data behauptete völlig überzogene Gewinnwerwartungen, die weit von der Realität entfernt sind.

Nach Bekanntwerden der strafrechtlichen Ermittlungen brach der Aktienkurs des Unternehmens um 40% ein.

Der in Frankfurt börsennotierte Bitcoin-Miner Northern Data sieht sich schwerwiegenden Problemen gegenüber. Das Unternehmen ist ins Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geraten, nachdem es seine ungeprüften Finanzergebnisse für 2020 veröffentlicht hatte, die weit unter den Erwartungen lagen. Die deutsche Aufsichtsbehörde hat nun Strafanzeige gegen leitende Angestellte von Northern Data gestellt.

Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es einen Umsatz von 120 bis 140 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von 45 bis 60 Millionen Euro erwarte. Northern Data verschob dann jedoch die Bekanntgabe seiner Ergebnisse um mehrere Monate. Dann meldete das Unternehmen einen Umsatz von nur 16,4 Millionen Euro und anstelle satter Gewinne einen Verlust von 12,3 Millionen.

Gegenüber der Financial Times erklärte die BaFin, dass man Northern Data wegen möglicher Marktmanipulationen überprüft habe. Weitere Details gab die Behörde jedoch nicht bekannt.

In der Financial Times heißt es weiter, dass Northern Data im Jahr 2019 besonders an der Übernahme des US-amerikanischen Krypto-Miners Whinstone interessiert und beteiligt war. Damals stellte das Unternehmen fest, dass „die mit Abstand größte Bitcoin-Mining-Anlage weltweit mit einer Kapazität von einem Gigawatt sich auf einer Fläche von über 100 Hektar in Texas befände“. Whinstone wurde jedoch dann Anfang 2021 für 550 Millionen Euro von von Riot Blockchain gekauft. In der Zwischenzeit hat Northern Data jedoch wichtige Akquisitionen getätigt. Das Unternehmen erwarb das Rechenzentrum Node Pole von Hydro66 in Nordschweden und die GPU-Farm Decentric von Block.One.

Northern Data-Aktien verlieren 40%

Am vergangenen Freitag, dem 1. Oktober, kurz nach Bekanntwerden der strafrechtlichen Ermittlungen, brachen die Aktien von Northern Data (ETR: NB2) innerhalb weniger Augenblicke um 40% ein. Von 76,30 Euro stürzte der Aktienkurs auf 46 Euro ab. Von diesem Tiefststand hat sich die Aktie jedoch wider erhlot und steht jetzt bei 60 Euro.

Northern Data stellte klar, dass sich die Klage der BaFin vor allem auf eine möglicherweise irreführende Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens aus dem Jahr 2019 bezieht. Darüber hinaus hat Northern Data die große Lücke zwischen den Umsatzerwartungen und der Realität darauf zurückgeführt, dass das Unternehmen „nicht in der Lage ist, die erwarteten Umsätze mit unseren beiden Großkunden zu realisieren“, da die Verträge „nicht zu der notwendigen Größenordnung im Geschäftsjahr 2020 geführt haben“.

Letztes Jahr hatte Northern Data behauptet, dass man sich auf HPC- und KI-Workloads konzentrieren werde. Es halten sich jedoch die Gerüchte, dass es sich bei dem Unternehmen schlicht um einen Kryptowährungsspekulanten handelt, das an der Volatilität des Bitcoin-Kurses verdient.

Das Beispiel Northern Data ist eine deutliche Botschaft der BaFin. Behauptungen übergroßer potenzieller Renditen, die nicht der Realität entsprechen, werden strafrechtlich verfolgt.

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