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Die deutsche Onlinebank N26 will ab 2022 Krypto-Dienstleistungen anbieten

Die Berliner Onlinebank N26 hat nach eigenem Bekunden den boomenden Kryptomarkt viel zu lange ignoriert.
Deshalb will das Unternehmen noch in diesem Jahr voll in die Kryptobranche einsteigen, auch mit eigener Kryptobörse.

Die N26, eine Onlinebank, die auf die Kontoführung per Smartphone spezialisiert ist, gehört zu denen,  die bedauern, den Kryptomarkt zu lange ignoriert zu haben. Geschäftsführer Max Tayenthal sagt, man habe zu viel Wert darauf gelegt hat, überall auf der Welt Flagge zu zeigen, anstatt in den Krypto-Boom zu investieren.

N26 wurde 2013 als reine Online-Bank gegründet und hat sich auf die Kontoführung per Smartphone spezialisiert. Heute ist N26 es eines der am höchsten bewerteten Fintechs in Europa, mit Investoren wie Peter Thiels Valar Ventures und Li Ka-Shing. N26 bietet Dienstleistungen für 7 Millionen Kunden in 24 Ländern an und wird mit 8,8 Milliarden Dollar bewertet. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen bedauert das Unternehmen dass es bisher keine Krypto- und Aktienhandelsdienste angeboten hat.

„Hätten wir den Handel mit Kryptowährung aufbauen sollen, anstatt in den USA zu starten? Im Nachhinein wäre es vielleicht eine kluge Idee gewesen“, sagte Tayenthal in einem Interview mit der Financial Tims und fügte hinzu: „Wir haben uns extrem dünn aufgestellt.“

Die Bank hat sich vor kurzem aus den USA zurückgezogen und begründete dies mit der Notwendigkeit, sich auf sein europäisches Kerngeschäft konzentrieren zu müssen.

N26 bereitet sich auf die Krypto-Industrie vor

Mit dem Bedauern kommt aber jetzt auch der Beschluss, den Kryptohandel und eine Börse zu starten. In diesem Zusammenhang muss das Unternehmen möglicherweise seine Maßnahmen zur Einhaltung von Vorschriften neu organisieren, da die Regulierungsbehörden die Kryptobranche intensiv überwachen wollen.

Mehr zum Thema: Analysten äussern ihre Erwartungen für die Kryptobranche 2022

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Probleme mit der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin wegen verschiedener Mängel, etwa unzureichender Kontrollen zur Bekämpfung der Geldwäsche. Die BaFin verhängte eine Obergrenze von 50.000 Neukunden pro Monat, obwohl N26 durchschnittlich 170.000 neue Kunden pro Monat hatte. Diese Beschränkung wird nach Angaben der Aufsichtsbehörde erst dann aufgehoben, wenn das Unternehmen seine Fähigkeiten zur Einhaltung der Vorschriften und zur Risikominimierung unter Beweis stellt. Darüber hinaus ernannte die BaFin – eine seltene Maßnahme – zwei Sonderbeauftragte, die die Verbesserungen bei N26 überwachen sollen.

Reale zuversicht oder heiße Luft?

In diesem Zusammenhang hat Tayenthal versichert, dass das Unternehmen die Obergrenze bis zum Spätsommer vollständig aufgehoben haben wird. Er sagt weiter, N26 habe sich bemüht, die Messlatte für seine Fähigkeiten zur Bekämpfung von Finanzkriminalität im vergangenen Jahr massiv anzuheben. Allerdings räumt er ein, dass „bestimmte Aspekte“ noch bearbeitet werden müssen.

Darüber hinaus weist Tayenthal darauf hin, dass die Investoren vor der letzten Finanzierungsrunde des Unternehmens über diese Einschränkungen informiert waren. N26 hat im vergangenen Jahr 780 Millionen Euro eingesammelt, was das Unternehmen auf die aktuelle Bewertung brachte und es auf eine Stufe mit der Commerzbank stellt, die über ein Vermögen von 541 Milliarden Euro verfügt.

Derzeit bereitet sich das Unternehmen auf einen Börsengang bis Ende des Jahres vor. Tayenthal weist allerdings darauf hin, dass sich die Pläne im Laufe des Jahres ändern könnten.

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