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EOS ICO wurde durch Wash-Trading von 21 Konten missbraucht

Der Preisanstieg der EOS-Token während des 2017-2018 $4B ICO wurde durch Wash-Trading angeheizt, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt.
Die Marktmanipulationen fanden von 21 Konten aus statt, wobei 39% der eingenommenen Ether recycelt wurden.

Forscher der University of Texas wollen nachgewiesen haben, dass beim EOS-Token-Verkauf vor vier Jahren falsch gespielt wurde. Laut einem Whitepaper aus dem Jahr 2017 wurde das EOI.IO-Blockchain-Protokoll von Block.one entwickelt. Daraufhin wurde zwischen 2017 und 2018 ein Initial Coin Offering (ICO) des EOS-Tokens durchgeführt. Der ICO erzielte einen Rekordumsatz von 4,362 Milliarden US-Dollar und war damit der größte Token-Verkauf.

Branchenschwergewichte wie PayPal-Mitgründer Peter Thiel unterstützten das Projekt. Zu den anderen gehören die milliardenschweren Hedgefondsmanager Alan Howard und Louis Bacon.

Nun sind neue Erkenntnisse mit dem Titel „Wurden ETH und EOS während des EOS Initial Coin Offering wiederholt recycelt?“ aufgetaucht. Professor John Griffin von der Austin McCombs School of Business und das Finanzanalyseunternehmen Integra FEC veröffentlichten den Bericht am 31. August. Die Studie behauptet, dass Wash-Trading zum Preisanstieg von EOS 2018 geführt hat.

Bei einem Wash-Trade handelt es sich um eine Form der Marktmanipulation, bei der ein oder mehrere Anleger gleichzeitig denselben Vermögenswert kaufen und verkaufen. Dieses wiederholte Vorgehen täuscht real nicht vorhandene Marktaktivitäten vor und treibt so den Preis des Vermögenswerts in die Höhe.

EOS-Waschmaschinenhandel

Der Studie zufolge fand der EOS-Wash-Trade an den Kryptobörsen Binance und Bitfinex statt. Die Studie zeigt jedoch nicht mit dem Finger auf Block.one, wenn es um Fehlverhalten geht. Block.one zitiert denn auch ein Dokument der Anwaltskanzlei Clifford Chance LLP vom Juli, in dem es heißt, es gebe „keine Beweise dafür, dass Block.one Token auf dem Primärmarkt gekauft hat“. Professor Griffin hingegen schrieb über den Wash-Trade:

„Erstens manipulierte er den Angebotspreis von EOS durch zusätzliche Käufe direkt nach oben und blähte den Marktwert des Tokens auf. Zweitens wurde ein falscher Eindruck vom Wert des Tokens erweckt, der andere zum Kauf des ICO-Tokens verleitete.“

Die verdächtigen Ethereum-Konten, insgesamt 21, wurden ausschließlich zum Zweck des EOS-Recyclings eingerichtet. Ether war die einzige Kryptowährung, die während des ICO zum Kauf von EOS verwendet wurde. Die verdächtigen Gelder beliefen sich auf 1,2 Millionen ETH, die zu diesem Zeitpunkt etwa 815 Millionen Dollar wert waren. Ein „signifikanter Teil“ der aufgebrachten Ether scheint „recycelt worden zu sein, indem die ICO-Beiträge durch eine Reihe von verschleiernden Vermittlungskonten transferiert wurden und schließlich bei Bitfinex ankamen“.

„2,895 Millionen Ether –1,721 Milliarden Dollar – oder 39% der Ether, die im Crowd Sale gesammelt wurden, werden ebenfalls von der ICO Crowd Sale Wallet zu Bitfinex zurückverfolgt.“

Griffin stellte fest, dass die verdächtigen Konten damals fast ein Viertel der EOS-Käufe ausmachten. Robert C. Hockett, Rechtsprofessor an der Cornell Law School, bestätigte die Geschichte nach einer einmonatigen Untersuchung zusammen mit Bloomberg.

Der Sturz

Derselbe Griffin veröffentlichte den Bericht „Is Bitcoin Really Un-Tethered?“ im Oktober 2019. Darin behauptete er, dass der führende Stablecoin, Tether (USDT), gewaschen wurde, um die Bitcoin-Preise während der Hausse 2017 zu stützen. Später wies iFinex, die Firma hinter Tether, die Behauptungen als „leichtfertig und falsch“ zurück.

Wie dem auch sei: Falls eine Manipulation stattgefunden hat, hat sie nicht viel bewirkt: EOS wird derzeit für nur 5 US-Dollar gehandelt, ein Rückgang von 77% gegenüber seinem Rekordhoch von 22,70 Dollar im April 2018. EOS ist außerdem von seiner Top-Fünf-Position von 2018 auf Platz 35 abgestürzt.

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