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EU arbeitet an Verbot von anonymen Crypto-Wallets

Wer Kryptowährungen schon länger nutzt, weiß über die entscheidenden Vorteile der digitalen Zahlungsmittel Bescheid. Für viele Nutzer ist vor allem die Anonymität von Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether oder Litecoin ein starkes Argument dafür, sie FIAT-Währungen vorzuziehen.

Besonders in sensibleren Bereichen bewahrt das System der Kryptowährungen die persönlichen Daten der Nutzer vor dem Zugriff durch Dritte oder Datenkraken.
Diese Vorzüge könnten durch die geplante EU-Regulierung jedoch in nicht allzu ferner Zeit ihr jähes Ende finden. Warum die EU diesen Schritt erwägt, wie sinnvoll dieses Vorhaben ist und welche Konsequenzen eine solche Regulierung für Nutzer mit sich bringt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie schaffen es Kryptowährungen Anonymität zu gewährleisten

Bevor es in diesem Artikel an die kommende EU-Regulierung geht, muss ein Blick darauf geworfen werden, wie die hohe Anonymität bei Kryptowährungen eigentlich zustande kommt.

Die Grundlage dafür bildet das dezentrale Blockchain-Verfahren. Jede Bitcoin Transaktion erzeugt ein neues Element in der Kette, das von Sender und Empfänger der Zahlung nachvollzogen werden kann. Jedoch geschieht diese Rückverfolgung anonym, was mit den Eigenschaften der Crypto-Wallet zu erklären ist.

Diese setzt sich aus zwei generierten Schlüsseln zusammen. Der öffentliche Schlüssel fungiert ähnlich einer Kontonummer, welche die Wallet kenntlich macht. Der private Schlüssel dient hingegen der Verifizierung, da er bei jeder Transaktion als Signatur verwendet wird.

Trotz dieser beiden Schlüssel bleibt das Blockchain-Verfahren anonym, da für die Generierung eines Wallets keine Kartennummer, Namen oder Adressen benötigt werden.

Dies liegt daran, da keine zentrale Vermittlerinstanz im Prozess involviert ist, welche die Transaktion moderiert und dafür persönliche Daten benötigen würde. Das beste Beispiel dafür ist eine Bank, welche die Transkation zwischen zwei Teilnehmern durchführt und dafür einen Namen, Adresse und eine Kontonummer bzw. IBAN benötigt.

Warum erwägt die EU ein Verbot? Die Hintergründe

Kurz gesagt ermöglichen es Kryptowährungen, die auf der Blockchaintechnologie basieren, dem Zahlungssender und -Empfänger eine sichere und anonyme Transaktion ohne Mittlerinstanz durchzuführen. Doch wieso genau nimmt die EU an dieser Sachlage Anstoß? Im Folgenden erklärt dieser Artikel die zentralen Anliegen, welche die EU mit einem potenziellen Verbot verfolgt.

Bekämpfung von Geldwäsche

Wenn Steuerhinterzieher oder Kriminelle ihr unrechtmäßig erworbenes Geld säubern und nutzbar machen wollen, gilt es, das Geld zu waschen. Dies geschieht vorzugsweise über Investitionen. Besonders beliebt ist dabei der Kauf von Immobilien, die zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Gewinnzuwachs weiterverkauft werden können.

Vor allem in Deutschland stellt dieses Phänomen ein großes Problem dar, da hierzulande Bargeld einen hohen Stellenwert genießt. So ist es unter Umständen möglich, einen immensen Betrag, z.B. beim Hauskauf, bar zu tätigen. Auf diese Weise ist die Herkunft des Geldes für Behörden nur schwer nachvollziehbar.

Eine ähnliche Vorgehensweise wird durch Kryptowährungen wie Bitcoin ermöglicht. Da für die Erstellung eines Crypto-Wallets und dem Erwerb von Kryptowährung keine persönlichen Daten angeben werden müssen, wird der Staat auch so über potentiell illegale Wertbewegungen im Dunkeln gelassen.

Dabei bieten auch Kryptowährungen bei steigenden Kursen die Möglichkeit, sie wieder mit einem Wertzuwachs weiterverkaufen zu können. So hat der Kriminelle sein Geld nicht nur gewaschen, sondern aus dem Prozess auch noch einen Gewinn herausgezogen.

Neben der Geldwäsche erhofft sich die EU auch Fortschritte in der Terrorismusbekämpfung. So wissen auch Terroristen die Anonymität von Kryptowährungen für ihre Zwecke zu nutzen. Beispielsweise ist es ohne die Angaben von Daten ungleich einfacher, Waffen oder andere gefährliche Güter zu beschaffen. Erneut hat es der Staat in solch einer Situation überaus schwer, diese Wert- und Warenbewegungen zu erkennen und rechtzeitig eingreifen zu können.

Konsequenzen für Nutzer

Natürlich sieht es in der Realität so aus, dass der Großteil der Nutzer von Bitcoin und Co. in völlig legalem Rahmen agieren. So finden sich viele private und geschäftliche Nutzer, welche vor allem die Sicherheitsstandards von Kryptowährungen wertschätzen. Ob Kryptowährungen nun für größere Investitionen genutzt oder an der Börse gehandelt werden, auch diese Branchen und Kunden wären von einer Offenlegung der persönlichen Daten betroffen.

Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Digitalisierung, die ohnehin eine sich stetig verringernde Privatsphäre mit sich bringt, ist die geplante EU-Regulierung durchaus kritisch zu betrachten. Große Onlinehändler sammeln persönliche Daten und auch soziale Netzwerke fungieren als Datenkraken, die gelernt haben aus privaten Präferenzen ihrer Nutzer Kapital zu schlagen.

Die Zahlung via Kryptowährungen stellt in dieser Hinsicht einen Lichtblick dar und räumt Nutzern die Möglichkeit ein, sich trotz digitaler Aktivitäten ein hohes Maß an Anonymität zu bewahren. Durch die EU-Regulierung würde auch dieses Refugium digitaler Privatsphäre in Gefahr geraten.

Ein weiterer Hinweis ist, dass eine solche Regelung nicht nur die großen Kryptotrader treffen würde, sondern auch viele kleinere, private Nutzer, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel für sensible Bereiche nutzen. Ein Beispiel wäre der Besuch von Online Casinos, die oftmals negativ bewertet werden, weshalb Nutzer es vorziehen, dieser Aktivität anonym nachzugehen. Diese Komfortzone wäre durch eine EU-Regulierung also in Gefahr und würde einen nicht unerheblichen Einschnitt in die Privatsphäre der Nutzer darstellen.

Wie sinnvoll ist die EU-Regulierung

Die Frage ist, ob die geplante EU-Regulierung im Sinne von „Der Zweck heiligt die Mittel“ bewertet werden kann. Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass durch die Offenlegung persönlicher Daten kriminelle Handlung verhindert werden, jedoch besteht in Deutschland in Bezug auf die Geldwäsche ein weitaus größeres Problem mit dem Bargeld. Da dieses in Deutschland einen immer noch unzeitgemäß hohen Stellenwert genießt, ist zu vermuten, dass der Großteil der Geldwäsche vor allem mit Barzahlungen erfolgt. Daher kommt die Vermutung auf, dass die EU an der falschen Stelle ansetzen würde, um diese systematischen Probleme zu lösen. Gleichzeitig würde diese minimale Besserung der Sicherheitslage mit einem weiteren Einschnitt in die Privatsphäre des Bürgers zu bezahlen sein.

Fazit: Ein zweischneidiges Schwert

Zusammenfassend bleibt also festzuhalten, dass die geplante EU-Regulierung sowohl positive als auch negative Konsequenzen mit sich bringt. Tatsächlich bietet sie die Chance, kriminelle Aktivitäten vor allem im Bereich der Geldwäsche zu verringern. Jedoch gibt es dafür effektivere Methoden, die mit geringeren Nachteilen verbunden wären. Zum Beispiel könnte über eine höhere Begrenzung der Bargeldzahlungen nachgedacht werden. Dementsprechend ist es möglich, dass der Nutzen der neuen Verordnung geringer ausfällt als gehofft wird. Dafür ist der Preis mit einem spürbaren Einschnitt in die Privatsphäre vieler Bürger unverhältnismäßig hoch.

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