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EZB-Chefin Lagarde: „Kryptowährungen sind keine Währungen“

Auch Stablecoins sieht Christine Lagarde nicht als Währungen, da diese lediglich an Landeswährungen gekoppelt sind.

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), kommt zu der Einschätzung, dass Kryptowährungen eigentlich „gar keine Währungen sind“.

Die entsprechende Feststellung machte EZB-Chefin in einem aktuellen Interview mit dem deutschen Wirtschaftswissenschaftler und Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF) Klaus Schwab. So meint Lagarde, dass sich Kryptowährungen zwar „als Währungen präsentieren“, doch in Wirklichkeit Investitionsprodukte sind, die deshalb auch von den zuständigen Aufsichtsbehörden reguliert werden müssen.

Auch den Stablecoins, also Kryptowährungen, die an einen externen Vermögenswert angebunden sind, räumt sie nicht den Status als Währung ein, da diese zumeist „vollständig an eine bestehende Landeswährung gekoppelt sind“. Diese könnten zwar eher als Zahlungsmittel genutzt werden, wären jedoch zwangsläufig abhängig von der Wertentwicklung der jeweiligen Landeswährung.

Dementsprechend fordert Lagarde, dass die Herausgeber ihre Stablecoins vollständig durch den Gegenwert der betreffenden Landeswährung abdecken müssten:

„Das muss kontrolliert werden, damit die Verbraucher Sicherheit haben, und nicht getäuscht werden. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass die bestehenden Stablecoins nicht immer so liquide und verfügbar waren, wie angepriesen.“

Damit spielt die EZB-Chefin womöglich auf den marktführenden Stablecoin Tether an. Das Krypto-Unternehmen musste jüngst Strafen in Höhe von 18,5 Mio. US-Dollar zahlen und sich zur regelmäßigen Offenlegung der eigenen Reservebestände bis 2023 verpflichten, nachdem die New Yorker Staatsanwaltschaft Anklage Anklage erhoben hatte, weil bei der bisherigen Abdeckung des USDT getäuscht wurde.

Trotz dieser scheinbar ablehnenden Haltung gegenüber Digitalwährungen, schon in der Vergangenheit hatte Lagarde Kryptowährungen und Stablecoins kritisiert, erwägt die Europäische Zentralbank die Herausgabe einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung (EZB). So wurde im Juli schon offiziell die Prüfungsphase für den Digitalen Euro gestartet, die zwei Jahre lang dauern soll.

„Wenn die Verbraucher lieber Digitalwährungen benutzen wollen, anstatt Münzen und Scheine, dann sollten wir das möglich machen“, wie die EZB-Chefin in diesem Zusammenhang erklärt. Und weiter: „Wir müssen auf die Nachfrage reagieren und eine eigene europäische Lösung anbieten, die sicher und benutzerfreundlich ist.“

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