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Facebook führt das Novi-Wallet ein und stößt damit auf erheblichen Widerstand demokratischer Senatoren

Das Pilotprogramm für das Novi-Wallet soll Kunden für Überweisungen zwischen den USA und Guatemala unter Verwendung von USDP zur Verfügung stehen.
Das Projekt stieß bei fünf US-Senatoren auf kategorische Ablehnung.

Facebook hat den Start seines Novi-Wallet in einem Pilotprogramm angekündigt. Es soll während der Pilotphase einem begrenzten Kundenkreis in den USA und Guatemala zur Verfügung stehen und hauptsächlich Überweisungen zwischen den beiden Ländern durchführen. In Guatemala ist der Zugang zu Finanzdienstleistungen begrenzt. 56% der Menschen dort haben keinen Zugang zu Bank- und Finanzdienstleistungen.

In einem Twitter-Thread verriet der Leiter des Novi-Wallet-Projekts, David Marcus, dass Überweisungen von außerhalb Guatemalas zu mehr als 14% des Bruttoinlandsprodukts des Landes ausmachen. 90% dieses Geldes kommt von Familien und Freunden in den USA. Daraus ergibt sich ein spezieller Markt für eine solche Initiative.

In der Anfangsphase wird das Novi-Wallet den Stablecoin Paxos Dollar (USDP) der Paxos-Blockchain anstelle des nativen Diem-Stablecoins verwenden. In einer Pressemitteilung erklärte Marcus, dass dies nur so lange der Fall sein werde, bis Diem die behördliche Genehmigung erhält. Er betonte, dass die Betreiber des Projekts nach wie vor von Diem und seinem potenziellen Beitrag zum globalen Ökosystem für digitale Zahlungen überzeugt seien.

„Unsere Unterstützung für Diem hat sich nicht geändert. Wir sehen großen Wert in der Art und Weise, wie Diem konzipiert ist, mit robustem Verbraucherschutz und Kontrollen zur Bekämpfung der Finanzkriminalität. Wir beabsichtigen, Nova auf das Diem-Zahlungsnetz zu migrieren, sobald es die behördliche Genehmigung erhält. Das Ziel von Novi war und wird immer sein, mit anderen digitalen Wallets interoperabel zu sein, und wir glauben, dass eine speziell für den Zahlungsverkehr entwickelte Blockchain wie Diem von entscheidender Bedeutung ist, um Lösungen für die Probleme zu liefern, die die Menschen mit dem derzeitigen Zahlungssystem haben.“

Die Erklärung bestätigt auch, dass die Kunden in Zukunft in der Lage sein werden, Peer-to-Peer-Transaktionen ohne Kosten durchzuführen, eine Funktion, die das Wallet von seinen Konkurrenten abheben wird.

In der Zwischenzeit hat die führende Kryptowährungsbörse Coinbase bekanntgegeben, dass sie die Verwahrung für Novi und seine Kunden übernehmen wird. Darüber hinaus wird Novi ein Nutznießer des Versicherungsprogramms von Coinbase Custody sein, in dem die Kunden Anspruch auf eine Versicherung in Höhe von 320 Millionen US-Dollar im Falle krimineller Angriffe haben. Als Teil des Deals wird Novi auch Cold Storage von Coinbase erhalten.

US-Senatoren fordern sofortigen Stopp des Programms

Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des Programmstarts haben sich fünf Senatoren dagegen ausgesprochen. In einem Brief an Facebook-CEO Mark Zuckerberg brachten die fünf demokratischen Senatoren ihre Missbilligung des Vorhabens zum Ausdruck. Bei den Senatoren handelt es sich um Brian Schatz, Elizabeth Warren, Sherrod Brown, Richard Blumenthal und Tina Smith.

Sie verwiesen auf frühere und aktuelle Berichte, die belegen sollen, dass Facebook mehr an Profiten als an der Sicherheit seiner Kunden interessiert ist. Sie erinnerten Zuckerberg auch daran, dass sein Unternehmen nicht auf die anfänglichen Bedenken hinsichtlich potenzieller Risiken für die Kunden und das Finanzsystem eingegangen ist, die im Oktober 2019 von zwei Senatoren geäußert wurden, als das Projekt noch unter der Aufsicht der damaligen Libra Association – imzwischen umbenannt in Diem Association – stand. Die Senatoren fügten hinzu, dass sie noch keine „zufriedenstellende Erklärung“ erhalten haben, wie das Projekt illegale Geldströme und damit verbundene Straftaten verhindern wird. Der Brief schließt mit den Worten,

„Immer wieder hat Facebook bewusst Geschäftsentscheidungen getroffen, um mit Aktionen fortzufahren, die seinen Kunden und der Gesellschaft generell geschadet haben. Man kann Facebook nicht zutrauen, ein Zahlungssystem oder eine digitale Währung zu verwalten, wenn sich seine bisherige Fähigkeit, Risiken zu beherrschen und die Verbraucher zu schützen, als völlig unzureichend erwiesen haben. Wir fordern Sie dringend auf, Ihr Novi-Pilotprojekt unverzüglich einzustellen und sich zu verpflichten, Diem nicht auf den Markt zu bringen.“

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