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Gerüchte verdichten sich: Bei PayPal gibt es Überlegungen zu eigenem Stablecoin

Ein leitender Angestellter von PayPal bestätigte, dass das Unternehmen vor der Einführung seines Stablecoins eng mit den zuständigen Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten wird.
Ein PayPal-Stablecoin kann dem Zahlungsriesen einen Vorteil gegenüber anderen traditionellen Finanzakteuren auf dem Markt verschaffen.

PayPal machte 2020 erste zögerliche Gehversuche im Kryptobereich, doch schon 2021 hat der Zahlungsdienstleister konkretere Schritte unternommen. Die neueste Nachricht, dass PayPal an einem eigenen Stablecoin arbeitet, ist mehr als eins der üblichen Gerüchte in der Kryptobranche.

Details zu einem „PayPal-Coin“ tauchten erstmals auf, als ein Entwickler einen Hinweis auf „PayPal-Coin“ in einer iPhone-App entdeckte. Das Unternehmen bestätigte das wenig später gegenüber Bloomberg News. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sagte Jose Fernandez da Ponte, Senior Vice President für Krypto- und digitale Währungen bei PayPal:

„Wir prüfen einen Stablecoin; falls und wenn er konkret werden sollte, werden wir selbstverständlich eng mit den zuständigen Regulierungsbehörden kooperieren.“

Ein Stablecoin ist bekanntlich nichts anderes als eine digitale Währung, die an eine stabile Fiat-Währung gebunden ist: sie soll den einfachen Handel von Kryptowährungen an Börsen ermöglichen. Da Ponte erklärte weiter, dass die aktuellen Stablecoin-Pläne noch in der Sondierungsphase sind. Die Aussage, dass man vollumfänglich mit Regulierungsbehörden zusammenarbeiten wolle, lässt aber darauf schließen, das die Sondierungsphase schon ziemlich weit gekommen sein muss.

Der Entwickler Steve Moser, der den Hinweis auf den „PayPal-Coin“ im Quellcode der iPhone-App entdeckt hat, sagte, dass der Stablecoin an den US-Dollar gekoppelt sein soll. PayPal arbeitet also an seiner Präsenz in der Kryptobranche. Im September 2021 hatte PayPal schon eine App für Kryptowährungen, Sparguthaben und Direkt-Einzahlungen herausgebracht.

Die Konkurrenz

Eine der größten Hürden für private Kryptowährungen ist die reflexartige Abwehrhaltung vieler Gesetzgeber gegen alles, was nach Konkurrenz für staatliche Währungen riecht.
Wir haben den Fall von Facebooks „Libra“–Projekt – jetzt „Diem“ – noch gut in Erinnerung, bei dem das Unternehmen erst einmal mehrere Ablehnungen kassiert hat, bevor sein Stablecoin eingeführt werden konnte. Das aktuelle Gebaren der Legislative vieler Länder ist auch aktuell nicht gerade förderlich für den Marktzugang von Stablecoins, die natürlich eine solide Konkurrenz für traditionelle Währungen darstellen..

Mehr zum Thema: Facebooks Diem überwindet regulatorische Hürden und betritt schließlich den Krypto Space

Im November 2021 wies Jose Fernandez da Ponte darauf hin, dass PayPal „noch keinen Stablecoin gesehen hat, der speziell für Zahlungen entwickelt wurde“. Ponte ist der Meinung, dass ein Stablecoin Transaktionen in großem Umfang anbieten können muss, ohne die Sicherheit des Netzwerks zu gefährden. Er fügte hinzu:

„Es müsste Klarheit über die Regulierung, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Art der Lizenzen herrschen, die in diesem Bereich erforderlich sind.“

Paypal scheint sich also bereits mit regulatorischen Detailproblemen zu beschäftigen. Es ist ein bisschen so wie im Autohaus: Wer den Verkäufer fragt, ob es das Modell auch mit braunen, anstatt mit schwarzen Ledersitzen gibt, hat den Wagen innerlich schon gekauft.
Wenn Paypal also schon bei den Details der Regulierung ist, wird der PayPal-Coin auch kommen. Der Schritt dürfte sich als entscheidender Wettbewerbsvorteil für Paypal in einem umkämpften Weltmarkt erweisen.

PayPal hat seine ersten Krypto-Handelsdienstleistungen im November 2021 in den USA eingeführt. Seitdem arbeitet PayPal mit Händlern auf der ganzen Welt zusammen, um seine die Krypto-Dienste in deren Web-Präsenzen zu bringen. Wenn dieses Netz erst einmal dicht genug ist, wird der Paypal-Coin bei seiner Einführung eine Infrastruktur vorfinden, bei der – so ein Zufall – Paypal ein gewichtiges Wort mitredet.

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