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Iranische Regierung sieht illegales Mining nicht als Ursache für Stromausfälle

Die iranische Regierung bezweifelt Erhebungen des großen Stromanbieters Tavanir.

Das iranische Wirtschaftsministerium dementiert die Behauptungen von Tavanir, dem größten Stromversorger des Landes, dass die Engpässe in der Stromversorgung auf das illegale Mining von Kryptowährungen zurückzuführen sind.

Wie aus einem Bericht der Financial Tribune hervorgeht, bewertet Alireza Hadi, der Direktor für Investition und Planung im Wirtschaftsministerium, die dahingehenden Zahlen von Tavanir als „stark übertrieben“. Demnach bezweifelt er auch die Schätzung, dass durch den illegalen Abbau von Kryptowährungen im Iran bereits 3.000 Megawattstunden an Strom verbraucht wurden. „Dies würde dem Stromverbrauch von 3 Mio. Mining-Geräten entsprechen“, wie der Direktor zu bedenken gibt.

Die iranische Regierung erlaubt Krypto-Mining inzwischen offiziell, weshalb Tavanir explizit darauf verweist, dass das illegale, also nicht angemeldete, Mining für einen übermäßigen Stromverbrauch und damit einhergehende Engpässe verantwortlich ist. Im August meinte Tavanir-Sprecher Rajabi Mashhadi deshalb in diesem Zusammenhang:

„Die unangemeldeten Miner sind die Hauptverantwortlichen hinter den Stromausfällen der vergangenen Monate. Es würde 80 % weniger Ausfälle geben, wenn diese Miner ihre Aktivitäten einstellen würden.“

Aus diesem Grund hat der Energieanbieter bereits für mehr als 5.000 Mining-Farmen den Strom abgedreht und mehr als 213.000 Mining-Geräte konfisziert, die potenziell bis zu 850 Megawattstunden verbraucht haben.

Das iranische Wirtschaftsministerium hat bisher 56 Mining-Framen eine Zulassung erteilt, die zusammen knapp 400 Megawattstunden verbrauchen, wie Tavanir schätzt. Im gesamten Jahr 2020 hat das Ministerium zudem Genehmigungen für 126.000 Mining-Geräte erteilt, die gemeinsam ca. 195 Megawattstunden konsumieren.

Allein durch Whistleblower konnte Tavanir vergangenes Jahr knapp 1.100 Mining-Farmen schließen, die nicht über eine Zulassung verfügten.

Iranische Bürger, die illegales Mining bei den Behörden melden, werden mit bis zu 100 Mio. Rial belohnt (480 US-Dollar). Obwohl die Regierung Mining generell erlaubt, muss der Betrieb und die zugehörige Hardware ordnungsgemäß angemeldet werden.

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