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Puerto Rico wird zum steuerfreien Krypto-Paradies – für Ausländer

Im St. Regis Bahia Beach Resort in Puerto Rico gibt es einen Golfplatz und komfortable Chalets und kleinere Villen direkt am Strand – in einem fast 200 Hektar großen Naturschutzgebiet, umgeben von üppigem Regenwald.
Doch wer es sich leisten kann, dort zu wohnen ist weniger an dieser paradiesischen Natur, sondern an der Natur der Steuervorteile interessiert, die man als ausländischer Resident auf der Insel so hat.

Zu ihnen gehört Anthony Emtman, der Los Angeles verließ und sich ein Apartment in der Anlage kaufte. Der Chef von Ikigai Asset Management gehört nun zur wachsenden Krypto-Community an der Nordküste Puerto Ricos.

Wohlhabende Anleger zahlen auf dem Festland der USA bis zu 20% Kapitalertragssteuer und bis zu 37% Einkommensteuer auf kurzfristige Gewinne. In Puerto Rico zahlen sie – nichts. Unternehmen mit Sitz auf dem amerikanischen Festland zahlen 21% Körperschaftssteuer und eine unterschiedliche hohe Bundessteuer. In Puerto Rico zahlen sie alles in allem 4%. Da brauchen Investoren nicht lange nachzudenken, insbesondere, da der Kryptomarkt weiterhin exorbitant wächst und die regierenden Demokraten in Washington auf höhere Steuern für Reiche drängen.

Die Kryptowährungsfonds Pantera Capital und Redwood City Ventures gehören zu denen, die Büros auf der Insel haben. Die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen sagte der New York Times kürzlich, sie lebe in Puerto Rico, um bei ihren „Krypto-Freunden“ zu sein.
Der designierte Bürgermeister von New York City, Eric Adams, flog im November sogar mit Krypto-Milliardär Brock Pierce zu einem Abendessen mit dem puertoricanischen Gouverneur Pedro Pierluisi.

Es heißt nicht mehr: „Geh nach Puerto Rico, um Steuern zu sparen“, sagt Steueranwalt Giovanni Mendez, der Klienten berät, die ihren Wohnsitz dorthin verlegen wollen, „sondern es heißt: Geh nach Puerto Rico, weil alle da hingehen.“

Mehr zum Thema: Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen verlässt sich auf Kryptowährungen

Die puertoricanische Regierung schuf die Steuererleichterungen 2012 in der Hoffnung, die angeschlagene Wirtschaft mit Geld zu versorgen und Arbeitsplätze zu schaffen. Die gab es zwar auch, aber im Wesentlichen machten sich Hedgefonds auf der Insel breit. Eine wahre Flut von Neuankömmlingen wurde aber erst durch die Covid-19-Pandemie ausgelöst – und durch die Kryptobranche.

 All das hat die üblichen, von ähnlichen Regionen bekannten Schattenseiten: viele der vorteilhaften Gesetze gelten nur für ausländische Residenten, so dass Einheimische, die ihr Leben von Geburt an auf der Insel verbracht haben, leer ausgehen. Kein Wunder also, dass viele zögern, die neuen wohlhabenden Ankömmlinge willkommen zu heißen, weil sie befürchten, dass der Einkommensstrom die Ungleichheit verschärft und zu sozialen Spannungen führt. Schon jetzt sind die Immobilienpreise völlig absurd.
In diesem Jahr sind in Puerto Rico mehr als 1.200 Anträge auf eine Daueraufenthaltsgenehmigung gestellt worden – ein neuer Rekord. Die Zahl der US-Bürger vom Festland, die die Steuervorteile von Puerto Rico in Anspruch nehmen wollen, hat sich in diesem Jahr verdreifacht.

 274 Kapitalgesellschaften, GmbHs, Personengesellschaften und andere Körperschaften wurden durch den Exports Services Act zugelassen, der einen Körperschaftssteuersatz von 4% und eine 100-prozentige Steuer-Befreiung von Dividenden vorsieht.

Das Krypto-Community bevorzugt besonders drei Gebiete entlang der Küste

Es gibt die abgelegenen Zufluchtsorte wie Bahia und das Ritz-Carlton Dorado Beach Resort. Wer in der Stadt leben will, wohnt in Condado, einem gehobenes Viertel und Einkaufsviertel der Haupstadt San Juan.

 „Es gibt Restaurants, Cafés und ein Einkaufszentrum; das hier ist so etwas wie ein Mini-Miami. Ich hatte das Gefühl, hierher zu kommen, meinen Job zu machen und trotzdem mit der Finanzwelt verbunden zu sein, viel besser als auf Hawaii oder in Mexiko.“ sagt Brent Johnson, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Santiago Capital, der im Mai 2021 von San Francisco nach Condado gezogen ist.

Der Immobilienboom

Der Zustrom von Neuankömmlingen schlägt Wellen auf dem Immobilienmarkt, vor allem in den Ferienorten. In Dorado ist das Wachstum am größten, die Preise haben sich fast verdreifacht, so Priscilla Ferrer, eine puertoricanische Maklerin. „Es ist absurd“, sagt sie. „Diese Luxusimmobilien werden zu einem emotionalen und nicht zu einem wirtschaftlichen Preis gekauft.“

Francisco Fournier, Gründungspartner von Luxury Collection Real Estate, sagt, dass es jetzt üblich sei, Immobilien für über 20 Millionen Dollar zu verkaufen. „Im Moment verkaufen wir ein Haus in Dorado Beach für 27 Millionen Dollar und ein anderes wird für 29 Millionen Dollar verkauft“.

In Bahia haben sich die Quadratmeterpreise fast verdoppelt, so Blanca Lopez, Gründerin der Gramercy Real Estate Group. Die Preise liegen teils über 32.000 Dollar pro Quadratmeter für Luxusanwesen, während sich die Preise für hochwertige Häuser in Condado zwischen 15.000 und über 16.000 Dollar pro Quadratmeter bewegen, was einem Anstieg von etwa 35% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Und der Bestand reicht nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen, da die Käufer schneller auf die Insel strömen, als hochwertige Häuser gebaut werden können.

 „All das schadet den Wohn- und Jobaussichten der Inselbewohner,“ sagt Raul Santiago-Bartolomei, Assistenzprofessor an der Graduate School of Planning der Universität von Puerto Rico. „Diese Orte sind nun für Arbeitskräfte und einkommensschwache Haushalte, die eigentlich in der Nähe dieser Gebiete mit hohen Chancen leben müssten, unerreichbar“.

Dennoch werden Arbeitsplätze geschaffen: die meisten davon in Call Centern, gefolgt von Beratungsdiensten, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Steuer- und Buchhaltungsdienstleistungen. Leider sind die meisten gebürtigen Puertoricaner für so etwas nicht qualifiziert – nun, was soll´s, die Welt ist eben nicht perfekt.

 „Solange die Arbeitsplätze kommen, sind die Türen für die Krypto-Community offen,“ sagt Carlos Fontan, Abteilungsleiter im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel.
Alles in Ordnung also.

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