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SEC-Chef: DeFi-Plattformen sind nicht ausgenommen von der Aufsicht durch Regulierungsbehörden

Der SEC-Vorsitzende Gary Gensler sagte in einem Interview am Mittwoch, dass Peer-to-Peer-DeFi-Projekte nicht von der Aufsicht durch Regulierungsbehörden ausgenommen sind.
Projekte, die mit digitalen Token und ähnlichen Anreizen handeln, fallen unter die Regulierung, unabhängig davon, wie „dezentralisiert“ sie auch sein mögen.

Der Vorsitzende der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC), Gary Gensler, sagte, dass Peer-to-Peer-DeFi-Netzwerke nicht völlig immun gegen die Regulierungsaufsicht sind. In einem Interview am Mittwoch sagte Gensler, dass manche dezentralen Finanzplattformen (DeFi) ähnliche Merkmale wie SEC-regulierte Unternehmen aufwiesen.

Insbesondere diese aufstrebenden Kryptobörsen sind möglicherweise der „heilige Gral“ für Kryptoanlagen. Dies liegt daran, dass sie den Benutzerhandel und die Kreditvergabe ohne Dritte, Aufsicht oder Regeln ermöglichen. Die DeFi-Entwickler sind für diese Transaktionen verantwortlich – durch eine Automatisierungssoftware. Sie erstellen diese Projekte und überlassen sie dann dem Betrieb, ohne dass eine zentrale Behörde sie überwacht.

Diesen Entwicklern zufolge hat die Dezentralisierung einen höheren Stellenwert als eine regulatorische Aufsicht. Sie argumentieren, dass Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether hinreichend dezentralisiert sind, so dass eine Regulierung nicht erforderlich sei.

Dezentralisierung ersetzt nicht die SEC-Regulierung

Gensler erklärte jedoch, dass diese Projekte trotz ihres stark dezentralisierten Charakters für eine Regulierung in Frage kommen. Solange die Plattformen die Teilnehmer mit wertvollen digitalen Token oder anderen ähnlichen Anreizen belohnen, müssen sie reguliert werden.

„Es gibt immer noch eine Kerngruppe von Leuten, die nicht nur die Software schreiben, wie bei der Open-Source-Software, sondern oft auch die Verwaltung und Gebühren übernehmen,“ so Gensler. Infolgedessen gebe es eine gewisse Anreizstruktur für die Förderer und Sponsoren, die dazwischen liegen.

Diese Aussagen kommen, nachdem der ehemalige Blockchain-Professor die Senatorin Elizabeth Warren um Hilfe bei der Regulierung von Kryptowährungen gebeten hat. In der Vergangenheit haben die beiden die Kryptoindustrie als „Wilden Westen“ bezeichnet und mehrfach einen Anlegerschutz gefordert.

Neben DeFi-Plattformen und DEXs sind auch Stablecoins im Visier der SEC und der US-Politik. Gensler sagte, dass diese digitalen Währungen Gesetze zur Geldwäsche, Steuereinhaltung und Sanktionen umgehen. Gegen Tether, den weltweit größten Stablecoin, und seine Führungskräfte wird derzeit wegen gewerblichen Betrugs in erheblichem Umfang ermittelt.

Gegenwind wird stärker für die Kryptobranche

Die SEC verklagt Ripple und seine Top-Führungskräfte bereits wegen des angeblichen Verkaufs nicht registrierter Wertpapiere in Form von XRP. Viele fragten sich, ob Gensler, der im April Chef der SEC wurde, die Klage aufgrund seiner persönlichen Blockchain-Historie als Professor zurückziehen würde. Tat er aber nicht …

Kürzlich beantragte die SEC den Zugriff auf die Kommunikationsinhalte der Chat-Plattform des Unternehmens, um mögliche Beweise zu finden. In einer überraschenden Wendung wird nun gegen die SEC wegen Interessenkonflikts ermittelt, nachdem sie sich an fallrelevanten Dokumenten zu schaffen gemacht hat.

Auch die Krypto-Handels- und Kredit-Plattform BlockFi ist im Visier der Aufsichtsbehörden. Das New Jersey Bureau of Securities hat BlockFi letzten Monat eine Unterlassungsanordnung wegen des nicht registrierten Verkaufs von Wertpapieren zugestellt. Anfang dieses Monats stimmte Blockchain Credit Partners jedoch einem Vergleich mit der SEC zu, nachdem das Unternehmen bereits wegen betrügerischer Aktivitäten angeklagt worden war.

Mehr zum Thema: SEC und Blockchain Credit Partners schließen Vergleich in Betrugsverfahren – Präzedenzfall für Ripple?

Bei allen derzeitigen Turbulenzen glauben jedoch nicht wenige Branchenkenner, dass eine massive Regulierung der Kryptobranche zu einer erhöhten Akzeptanz führen wird. Im Gegensatz zu Gensler stimmen die Führungskräfte der Börse Kraken und der CEO von Binance Zhao dieser Auffassung zu.

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