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Über ein Drittel des weltweiten Bitcoin-Minings findet nun in den USA statt – dank China

Nach Chinas Mining-Verbot entfallen nun 35,4% der Bitcoin-Hashrate auf die USA.
Scharen Krypto-Miner haben sich in den USA niedergelassen, weil dort die Energieversorgung erschwinglich ist, der Gesetzgeber kryptofreundlich ist und viel Kapital zufließt.

Die USA haben China zum ersten Mal offiziell bei der Bitcoin Mining-Hashrate überholt. Das deutete sich zunächst nur an, aber neue Daten, die am Mittwoch von der Universität Cambridge veröffentlicht wurden, bestätigen es nun. Nach Angaben des Centre for Alternative Finance der Universität entfallen auf die USA 35,4%, also etwa ein Drittel der Bitcoin-Hashrate. Die Zahl entspricht einem Anstieg von 428% seit September 2020.

Diese Verschiebung liegt an der „große Mining-Migration“, in der vorher in China operierende Bitcoin-Miner in Massen das Land verließen als dort das Mining kriminalisiert wurde. Sie waren gezwungen, praktisch über Nacht offline zu gehen, wodurch 67% des chinesischen Anteils an der Bitcoin-Hashrate vernichtet wurden. Im Juli lag die durchschnittliche monatliche Hash-Rate in China bei Null, wie der jüngste Cambridge-Bericht zeigt. Viele Miner sind in die USA abgewandert, was zu deren neuer Dominanz im Krypto-Mining geführt hat.

Die USA sind ein sicherer Hafen für Bitcoin-Miner

Bitcoin-Miner florieren jetzt in den USA aufgrund der vielen Anreize, die das Land bietet. Staaten wie Texas etwa gehören zu den regionen mit den niedrigsten Stromkosten der Welt. Dies ist ein enormer Anreiz für das Mining, denn die Energiekosten haben den größten Einfluss auf die Gewinne der Miner.

Außerdem gibt es in den USA zahlreiche „grüne“ Energiequellen. Die Staaten Washington und New York sind führend bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Texas steigert zudem seine Wind- und Solarenergieproduktion. New York hat neben anderen Staaten in Kernkraftwerke investiert, um kohlenstofffreien Strom zu erzeugen. Manche Miner entscheiden sich auch für die Nutzung von Erdgas, das sonst in den texanischen Ölfeldern abgefackelt würde. Dies hat bereits begonnen, das negative Bild von Bitcoin als Umwelt-Schädling zu verändern.

Außerdem werden Bitcoin-Miner durch die krypto-politischen Entscheidungen vieler Staaten ermutigt. Auch hier ist Texas Vorreiter mit seinem deregulierten Stromnetz mit Echtzeit-Spotmarkt, der es den Verbrauchern ermöglicht, kurzfristig den jeweils billigsten Stromanbieter zu wählen.

Die Rahmenbedingungen entscheiden

In seinem jahrelangen Kampf gegen Kryptowährungen hat China sein Land für Krypto-Enthusiasten und Miner immer de facto unbewohnbar gemacht. In der Zwischenzeit hat der westliche Rest der Welt, insbesondere die USA, seine Krypto-Mining-Infrastruktur auf Vordermann gebracht. Das meiste des zwischen Mai und Dezember 2020 produzierten Mining-Equipments wurde in die USA und nach Kanada geliefert.

Darüber hinaus konnten sich viele Miner eine Finanzierung sichern, indem sie ihre mehrjährige Rentabilitätsbilanz vorwiesen. Die Covid-Pandemie führte zu zusätzlichen Anschubfinanzierungen für die Mining-Farmen.

Chinas Nachbarland Kasachstan liegt mit einem Anteil von 18,1% am Bitcoin-Mining-Markt inzwischen auf Platz zwei hinter den USA. Allerdings sind die Miner des Landes hauptsächlich auf umweltschädliche Kohle als billige, aber reichlich vorhandene Energiequelle angewiesen. Experten gehen davon aus, dass Kasachstan ein vorübergehender Zwischenstopp für Bitcoin-Miner aus China ist, bevor sie weiter nach Westen ziehen. Ein weiterer Wermutstropfen in Kasachstan ist ein kürzlich verabschiedete Gesetz, das ab 2022 besondere Steuern für Krypto-Miner vorsieht.

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