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Voll daneben – Robinhood-Justiziar lehnt „dumme Idee“ von Konkurrent Coinbase ab

Der Robinhood-CLO lehnt den Coinbase-Vorschlag ab, eine gesonderte Behörde für die Beaufsichtigung der Kryptobranche aufzubauen.

Dan Gallagher, der Chefjustiziar der großen Handelsplattform Robinhood, hält den Vorschlag einer neuen Krypto-Aufsichtsbehörde für „einfach albern“.

Die entsprechenden Äußerungen machte Gallagher am Mittwoch auf einer Konferenz, wobei er hiermit klar Bezug auf den großen Konkurrenten Coinbase nimmt, der die Idee Mitte Oktober zur Diskussion gestellt hatte.

Auf der Georgetown University Financial Markets Quality Conference erörterte Gallagher in diesem Zusammenhang weiter, dass es seiner Meinung nach „keinen Sinn macht“, noch weitere Behörden in die „Washingtoner Buchstabensuppe“ zu mischen. Zur Erklärung: In der amerikanischen Hauptstadt gibt es eine Vielzahl von Behörden mit unklaren oder überlappenden Zuständigkeiten. Die Behörden tragen allesamt Buchstabenkürzel, um ihre langen Namen zu vereinfachen.

Darunter zum Beispiel die Securities and Exchange Commission (SEC), also die US-Börsenaufsicht, und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), also die Aufsicht für Derivatehandel, die bisher den Hauptteil der Krypto-Regulierung übernehmen. Diese Zuständigkeiten wiederum auf eine neue Behörde zu verschieben, hält Gallagher „für eine der dümmsten Ideen seit langem“.

Der Robinhood-Chefjustiziar war unter der Obama-Regierung zuvor selbst als Kommissar bei der Börsenaufsicht tätig. Seine jüngsten Einschätzungen macht der Experte in einer zur Konferenz gehörenden Podiumsdiskussion zum Thema „Die Zukunft von Digitalen Assets“.

Obwohl Gallagher den Konkurrenten Coinbase dabei nicht explizit benannte, ist klar, dass er mit seinem Widerspruch gegen eben diesen schießt, denn am 14. Oktober hatte Coinbase-Cheflobbyist Faryar Shirzad vorgeschlagen, dass die Krypto-Regulierung von einer neuen Behörde übernommen werden sollte:

„Damit eine einheitliche Regulierung und Beaufsichtigung dieser innovativen Anlageklasse möglich ist, sollte die gesamte Zuständigkeit für den Kryptomarkt auf eine einzige Bundesbehörde übertragen werden.“

Gallagher gibt zu bedenken, dass die Robinhood einen deutlich konservativeren Ansatz fährt als die Coinbase, um Ärger mit den Aufsichtsbehörden zu vermeiden. Während Coinbase 51 verschiedene Kryptowährung führt, sind es bei Robinhood deshalb nur sieben.

„Wir müssen wirklich sehr vorsichtig und bewusst vorgehen“, so der Chefjustiziar. Und weiter: „Man kann nicht einfach neue Kryptowährungen aufnehmen, wenn diese morgen durch die Behörden womöglich als Wertpapier eingestuft werden könnten.“

In dieser Einstufung liegt die eigentliche Krux hinsichtlich der behördlichen Zuständigkeit, denn momentan wird der Kryptomarkt deshalb größtenteils unter SEC und CFTC „aufgeteilt“. Die SEC ist für die Beaufsichtigung von Wertpapieren wie Aktien und Anleihen zuständig, wohingegen die CFTC Commodities und deren Derivate überwacht. Bisher ist allerdings unklar, ob Kryptowährungen als Wertpapier oder Handelsware einzustufen sind.

Umso mehr mahnt Gallagher, dass Vorsicht für Kryptowährungen das Gebot der Stunde ist: „Die Lage ist sehr angespannt und schreit nach rechtlicher Klarheit, doch die haben wir bisher nicht.“

Dem fügt er an:

„Man kann nicht immer nur danach gehen, was rein geschäftlich am meisten Sinn macht. Man muss immer auch berücksichtigen, wie die Aufsichtsbehörden diese neue Technologie bewerten.“

Anstatt eine neue Behörde aus dem Boden zu stampfen, schlägt Gallagher vor, dass SEC, CFTC und FINRA „ein gemeinsames Regime innerhalb ihrer bestehenden Zuständigkeiten schaffen, das mit Fingerspitzengefühl vorgeht und die Vorteile dieser Technologie erkennt“.

„Der Regulierungsrahmen muss darauf Rücksicht nehmen, dass Unternehmen und Einzelpersonen auf einem Markt agieren, in dem die Finanzprodukte manchmal ein Wertpapier sind und manchmal nicht. Manchmal sind sie eine Handelsware und manchmal nicht. Er muss darauf vertrauen, dass es so funktionieren kann.“

Rostin Behnam, der neue CFTC-Chef unter der Regierung von Joe Biden, hat bei seiner Amtseinführung am 27. Oktober angegeben, dass seine Behörde knapp 60 % des Kryptomarkts beaufsichtigt, wobei die CFTC bisher nur als eine Art „Streifenpolizist“ agieren könne.

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