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Voller Erfolg – Blockchain-Netzwerk von Bitcoin setzt Taproot-Softfork um

Das Upgrade führt die Merkelized Abstract Syntax Trees (MAST) ein, die Programmierbarkeit und Datenschutz des Netzwerks drastisch verbessern.

Das Blockchain-Netzwerk von Bitcoin (BTC) hat erfolgreich die Taproot-Softfork umgesetzt, indem 90 % der Miner und Mining-Pools zwischen den Blöcken 709.488 und 709.632 den entsprechenden Konsens gegeben haben. Damit erhält Bitcoin das größte Upgrade seit 2017, als das Layer-Two-Netzwerk Lightning und der Segregated Witness (SegWit) Mechanismus eingeführt worden waren.

Das neue Taproot-Upgrade verbessert die Programmierbarkeit und den Datenschutz des Bitcoin-Netzwerks, indem ein spezielles Verfahren namens „Merkelized Abstract Syntax Tree (MAST)“ aufgespielt wurde. In diesem Zusammenhang erklärt der Bitcoin-Entwickler Hampus Sjöberg auf seiner Taproot-Webseite:

„MAST stattet Smart Contracts mit mehr Effizienz und Datenschutz aus, denn es werden während eines Zahlungsvorgangs nur noch die wirklich relevanten Teile eines Smart Contracts offengelegt.“

Gegenüber Cointelegraph gibtz Sjöberg darüber hinaus zu bedenken, dass sich am „Lock-In“ von Taproot auch zeigt, dass das Bitcoin-Netzwerk trotz seiner Größe immer noch in der Lage ist Upgrades zu koordinieren und umzusetzen. „Das ist der größte Gewinn an der ganze Sache“, wie der Experte dementsprechend meint.

Sjöberg, der als Entwickler für die Bitcoin-Wallet Blixt Wallet tätig ist, ist der Ansicht, dass das Taproot-Upgrade besonders dabei helfen kann, immer mehr Funktionen von der Haupt-Blockchain auszulagern, damit die Knotenpunkte des Bitcoin-Netzwerks entlastet werden können.

Taproot is a 100 years softfork.

Merging every contract and use-case under a single transaction type “Pay to Taproot” will in the long-run yield a more fungible and robust blockchain.

This is how you do it.
This is how you design a blockchain.

— Hampus Sjöberg ⚡ (@hampus_s) June 3, 2021

In diesem Kontext könnte das MAST-Verfahren auch den Datenschutz des mittlerweile schon älteren Lightning Networks verbessern, falls sich dies überhaupt dazu entschließen sollte, Taproot anzunehmen. Die Entwickler der verschiedenen Versionen des Lightning Networks haben sich erst in der vergangenen Woche in Zürich beim LN Summit 2021 getroffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen:

„Eines der Themen, das wir bei der Konferenz besprochen haben, war die Frage, ob es besser ist, das Upgrade bei Lightning in mehreren kleinen Schritten oder in einem großen Paket aufzuspielen.“

Sjöberg führt beispielhaft aus, wie auf dem Lightning Network Payment-Channels durch Taproot nun so gestaltet werden können, dass sie kaum noch von normalen Transaktionen zu unterscheiden sind:

„Es ist nicht möglich, zu unterscheiden, ob eine Taproot-Transaktion eine ganz normale Zahlung ist oder zu einem Lightning Payment-Channel gehört. Das ist eine sehr wichtige Eigenschaft für die Fungibilität und Widerstandsfähigkeit von Bitcoin (gegen Zensur).“

Die erfolgreiche Umsetzung des Upgrades ist in erster Linie Speedy Trial, einem Verfahren zur Koordinierung von Softforks, bei dem 90 % der Miner ihre Zustimmung für die Aktualisierung geben müssen, zu verdanken. Wie Sjöberg erklärt, arbeitet „dieses Koordinierungsverfahren in Sätzen von 2016 Blöcken, was bedeutet, dass 90 % bzw. 1815 von 2016 Blöcken ihre Zustimmung geben müssen“.

Ende Juni 2021 hatten die Bitcoin-Miner erstmals einen Konsens von 90 % erreicht, was Sjöberg damals auf Twitter überschwänglich feierte:

WE HAVE LOCK IN! #Bitcoin #Taproot

Video by: @TheGuySwann!https://t.co/rCUp5VNCBX pic.twitter.com/YFLMTenWW0

— Hampus Sjöberg ⚡ (@hampus_s) June 12, 2021

Das Taproot-Upgrade markiert ironischerweise allerdings das Ende für das Speedy-Trial-Verfahren, denn ab sofort muss der Konsens auf andere Art und Weise hergestellt werden. „Taproot öffnet die Tür für eine Reihe neuer Möglichkeiten, wobei ich persönlich gerne ‘MuSig 2’ sehen würde“, so der Experte. Dem fügt Sjöberg mahnend an:

„Wir dürfen bei Bitcoin nichts für selbstverständlich halten. Ich würde mir für die Zukunft eine Softfork wünschen, die bei Bitcoin die ‘Cross-Input Signature Aggregation’ einführt.“

In den 13 Jahren seit der Gründung der marktüfhrenden Kryptowährung hat deren Blockchain-Netzwerk mehrere Hardforks und Softforks durchlaufen. Während sich Taproot seine Sporen erst verdienen muss, kann das Lightning Network auch heute noch überzeugen.

Erst am 28. September ist die Anzahl der Nodes auf dem Netzwerk innerhalb von 12 Monaten um 160 % gestiegen, zugleich ist seit dem Januar die Anzahl der Payment-Channels um 170 % nach oben gegangen.

Vor der Taproot-Softfork lag die Kapazität des Bitcoin-Netzwerks bei einem Rekordhoch von 3.220 BTC, was einem Wert von 210 Mio. US-Dollar entspricht. Nach dem Upgrade sollte diese Zahl nur noch weiter steigen.

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